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Review Back in black

21. Mär 2014 @ 13:33 Uhr

Johnny Cashs vergessenes Erbe

Sony Music
Johnny CashOut Among The Stars (VÖ: 21.03.2014)

Eingespielt wurde das gänzlich unveröffentlichte Material von "Out Among The Stars" seinerzeit in den berühmten Columbia Studios in Nashville, Tennessee und in den 1111 Sound Studios in Los Angeles zwischen 1981 und 1984 – also in einer Schaffensepoche, in der es kaum etwas Uncooleres gab, als Johnny Cash zu mögen, geschweige denn wirklich aktiv zu hören. Wir erinnern uns: So richtig populär wurde der große Alte Mann des Country nach seinem Karriere-Hoch Anfang der 60er erst wieder ab Mitte der 90er Jahre mit dem ersten Teil der unter Aufsicht von Superproducer Rick Rubin (Slayer, Linkin Park, System Of A Down) entstandenen "American Recordings"-Comebackreihe. Nach Release seines letzten Albums, dem 2010 posthum veröffentlichten "American VI: Ain't No Grave", gibt es nun erstmals wieder "neue", beziehungsweise unveröffentlichte Songs von dem Mann zu hören, ohne den so manche Entwicklung in der modernen Rock- und Popmusik wohl dramatisch anders verlaufen wäre.

Songs über Gewinner und Verlierer, Verlust, Abschied, Trauer, Liebe und Freude

Nachdem die Originalbänder in den Tresoren seiner alten Plattenfirma vergessen wurden, fand sein Sohn John Carter Cash die Aufnahmen 2012 nach seinem Tod bei einer Durchsicht der Archive wieder. Zusammen mit Co-Produzent und Archivar Steve Berkowitz engagierte er Marty Stuart, Buddy Miller, Carlene Carter und weitere erstklassige Musiker, um das Material in den Cash Cabin Studios in Hendersonville, Tennessee wiederherzustellen. Auf den Songs von "Out Among The Stars" arbeitete Cash mit einem erweiterten Ensemble, zu dem auch der junge Marty Stuart an Gitarre und Mandoline, sowie Mitglieder des Nashville A-Teams wie Jerry Kennedy (Gitarre), Pete Drake (Steel Guitar), Hargus "Pig" Robbins (Klavier) und Henry Strzelecki (Bass) gehörten.

Musikalisch stellt "Out Among The Stars" eine auffällig Pop-lastige Liedersammlung eines Mannes dar, der während seiner fast 40-jährigen Musikerlaufbahn alle Höhen und Tiefen durchlebt hat. Depressionen, Drogenmissbrauch, Misserfolg, aber auch abgöttische Verehrung und weit über 50 Millionen verkaufter Tonträger – das alles spiegelt sich auf seinen einsamen Songs über Gewinner und Verlierer, Verlust, Abschied, Trauer, Liebe und Freude wider. So wie auf dem knackigen Duett mit seiner Frau June Carter Cash "Baby Ride Easy", dem Kinderchor-unterstütztem "Tennessee", dem dramatischen "She Used To Love Me A Lot" oder dem zusammen mit Country-Kollege Waylon Jennings performten "I'm Moving On".

Eine schöne Zeitreise mit einem der charismatischsten Sänger schlechthin. 

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